Irgendwie abschreckend dieses Yoga

 ”Ich bin viel zu unbeweglich um Yoga zu machen”

Gerade als Anfänger kannst Du relativ schnell die positiven Auswirkungen des Yoga erfahren. Lass Dich nicht von schönen Fotos auf Facebook und Videos auf YouTube einschüchtern. Auch der erfahrenste Yogi, der sich scheinbar schwerelos in die schwierigsten Asanas reinbegibt, hat einmal klein angefangen und ist wahrscheinlich nach seinem allerersten Sonnengruß kollabiert.  Yoga ist für jeden da, egal ob alt oder jung denn er ist schließlich nicht nur ein körperliches Workout sondern besteht aus mehreren Elementen wie Atemtechnik, Mantrenrezitation und Meditation, die genauso wichtig sind, wie die Asanas. Apropos Abschreckend: in der letzten Zeit beschleicht mich öfters das Gefühl, das viele Übende gar nicht mehr erkennen, was Yoga einem geben kann. Yoga bedeutet nicht, mit hunderten von Malas behängt, tollen und vor allem teuren Yogaklamotten in den Stunden zu erscheinen, mit Ehrgeiz seinen Körper in Asanas zu zwängen und eine Ego-Show vom Feinsten abzuliefern. Yoga bedeutet vor allem Innenschau, die Außenwelt draußen lassen zu können, auch in der Kursstunde im schicken Yogaloft. Und das alles am Besten in alten T-Shirts und ausgewaschenen Lieblingsleggins.

“Yoga ist nur was für Frauen”

Wie oft habe ich das nun schon von Männern gehört? Meistens gefolgt von dem Satz: “Gelangweilte Hausmuttis machen doch so was am Vormittag.” Stirnrunzelnd überlege ich dann immer, was das mit der Realität zu tun hat? Für manch einen kommt das überraschend, aber tatsächlich waren zu Zeiten Patanjalis (2000 v. Chr.) bis zum Wirken von Sri T. Krishnamacharyas, Männer die einzigen Yogalehrer und Schüler. Krishnamacharya, der Gründungsvater des modernen Yoga war es, der den Yoga weg von den Eliteschichten zurück in die Hände der einfachen Leuten legte – dazu gehörten auch Frauen, Unberührbare und in den 60ger Jahren folgten dann auch erste Europäerinnen wie Devi Indra.  Seine Leidenschaft für Yoga und sein Glaube, dass jeder von der korrekten Anwendung profitieren könne, brachte die aussterbende Kunst zurück ins allgemeine Bewusstsein. Ohne Krishnamacharya würdet Ihr diese Seite sehr wahrscheinlich nicht lesen.  Ich sage dazu nur: Männer traut Euch!

“Ich habe Yoga schon mal ausprobiert und bin schier eingeschlafen.”

Ganz ehrlich, manchmal beneide ich Yogaanfänger nicht, wenn ich sehe, wie sie sich quälen, 2 Minuten still zu sitzen, immer wieder darauf hingewiesen werden, die Augen geschlossen zu halten, plus sich auf den Atem zu konzentrieren. Ziemlich viel verlangt und der ganze Spaß soll volle zehn Minuten dauern und mich in meine innere Ruhe bringen? Das fragen sich wohl viele, die zum ersten Mal an einer Yoga Stunde teilnehmen. Zu Deiner Beruhigung, Du bist in bester Gesellschaft. Wenn unser Leben immer komplexer wird, das Alltagstempo manchmal schon unmenschlich ist, und das gepaart mit absoluter Reizüberflutung, dann wird Dein Körper erst einmal hocherfreut sein, sich nach einem ereignisreichen Tag in die Horizontale begeben zu dürfen um zu entspannen. Oder eben in die Anfangsentspannung, wo es natürlich etwas peinlicher ist, wenn man aus dem Schneidersitz schlafend auf die Stirn platscht. Warum ist das nun so? Unser Geist, allzeit unruhig und tagtäglich mit viel zu vielen unnötigen Gedanken vollgestopft, nutzt die Gelegenheit und will seine Aufmerksamkeit nicht auf den Atem und somit zu uns selber lenken sondern er ist viel lieber damit beschäftigt, was Du heute Abend kochen sollst, wie morgen Dein Gespräch mit dem Chef abläuft und warum Deine beste Freundin schon wieder aus einer Mücke einen Elefanten macht. Dabei verlierst Du meistens die komplette Aufmerksamkeit und irgendwann wird es Deinem Körper zu viel: Du schläfst ein. Nun ja, wie sagte schon Patthabi Jois: “Yoga is not easy!”

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